Wie sehen Sie das Zusammenleben von Muslimen und Christen in Deutschland und welche Erfahrungen haben Sie bisher damit gemacht?
Ich persönlich habe nur gute Erfahrungen gemacht. Das liegt möglicherweise auch daran, mit welcher Haltung man den Menschen begegnet. Ich kann nicht in die Menschen hineinschauen, die mir aus bestimmten Vierteln in Großstädten berichten, sie würden dort aggressiv oder herablassend behandelt. Sie fühlten sich dort nicht sicher, denn selbst ein Einsatz der Polizei werde sogleich umzingelt und bedroht. Wenn wir einmal von solchen Ghettoerfahrungen absehen, ist das Verhältnis wohl gar nicht so schlecht. Aber es ist wohl eher ein Nebeneinander als ein Miteinander, und das ist gefährlich. Denn einerseits sind die Muslime präsent, andererseits kennt man sie nicht. Man gewinnt also seine Informationen über die Medien, über Multiplikatoren. Zugespitzt gesagt: „Ich habe zwar noch nie mit meinem muslimischen Nachbarn gesprochen, aber man weiß ja, was das für Leute sind …“ Deswegen freut es mich immer, wenn ich junge Leute sehe, die sich über diese Grenzen hinweg unterhalten und befreundet sind, weil sie die Schule oder die Uni zusammenbringt.





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